Toddy-Style-TS2

 

Wing - Harness - Backplate

Auch in der neuen Version unseres Toddy-Style Konzeptes halten wir an diesem dreiteiligen Aufbau der Funktionselemente unseres Systems fest.

Im Unterschied zur „Baukasten-Lösung“ der letzten Jahre wurden nun alle Komponenten genau aufeinander abgestimmt und hinsichtlich Form und Funktion optimiert.

Im Folgenden werden die einzelnen Komponenten genauer beschrieben.

Wing:

Unser Sidemount Wing ist gewissermassen das zentrale Element des Systems. Bei der Konstruktion waren uns folgende Punkte besonders wichtig:

Ein flaches Seitenprofil. Auch bei Befüllung des Wings sollte sich keine ausgeprägte Beule auf dem Rücken bilden.

Ein schmaler Schulterbereich. Besonders im oberen Bereich des Wings haben wir eine schlanke Form angestrebt, so dass auch hier bei Befüllung nichts seitlich oder nach oben absteht.

 

Eine enganliegende Form mit minimaler Luftbewegung. Durch ein mehrteiliges Gummizugsystem haben wir erreicht, dass das Wings stets eng am Körper anliegt. Zusätzlich sorgt das Gummizugsystem dafür, dass sich die Luft kaum im Wing frei bewegen kann. Auch z.B. bei seitlichen Drehungen oder Senkrecht-Positionen findet keine große Verlagerung des Auftriebs statt.Die bei stärkerer Befüllung einsetzende Auftriebskraft erfolgt hauptsächlich im unteren Bereich des Wings und setzt dadurch in Etwa in der Körpermitte an. Dies sorgt einerseits für eine sehr stabile und ausgeglichene horizontale Lage unter Wasser und andererseits für eine bessere Position an der Wasseroberfläche, da der Oberkörper des Tauchers dadurch weiter aus dem Wasser gehoben wird.

 Ein geschützter Inflatorabgang und sehr einfaches Be- und Entlüften. Durch unsere spezielle Konstruktion des Inflatorabgangs oben haben wir das übliche Kunststoffknie eliminiert. Der Faltenschlauch wird direkt in die obere Naht der Auftriebsblase angeschlossen. Dadurch ist der Anschluss optimal geschützt und zusätzlich mit einem Überzug im Schulterbereich versehen. Be- und Entlüften ist so sehr einfach über die Inflator-Bedienknöpfe . Das Überdruckventil mit Schnellablass befindet sich an der linken Aussenseite, und ist dort ebenfalls sehr gut erreichbar. Den Faltenschlauch haben wir uns in unserem Wunschmass in sehr robuster Qualität speziell anfertigen lassen.Ein innenliegendes Stahlseil dient als Zugenlastung.

 

Volumen . Das Wing hat laut Messung des Prüfinstituts ein Volumen von 13,8 Liter , da aber laut CE-Richtlinie dieser Wert auf eine ganze Zahl abgerundet werden muss, findet sich ein Wert von 13 Litern in den technischen Daten.

Das neue TS-System ist in drei Versionen erhältlich, die sich hinsichtlich ihrer Robustheit unterscheiden. Unterschiede bestehen in Material und Verarbeitung der Aussenhülle. Die Geometrie des Wings und die Austattung von Gurtband und Harness ist bei allen Versionen identisch.

TS 1 : Die Aussenhülle besteht aus einem relativ leichten Cordura Gewebe mit PVC-Innenbeschichtung. Dadurch ist es besonders leicht und läßt sich sehr klein zusammenpacken.

TS 2 :  Die Aussenhülle besteht aus einem Gewebe mit einer speziellen PVC-Verstärkung auf der Aussenseite ( "Snakeskin" ). Diese Verstärkung sorgt für eine große Stabilität und einen hervorragenden Schutz gegen mechanische Belastungen wie Abrieb und Schnitte. Dieses "Snakeskin" - Material wird nur auf der Aussenseite der Winghülle verarbeitet, die innenliegendenTeile bestehen aus einem leichteren Corduragewebe. 

TS 3 :  Die Aussenhülle besteht komplett aus einem exklusiv von der Schweizer Firma SF-Tech hergestellten Kevlar-Gewebe. Durch dieses Material ist ein hervorragender Schutz gegen alle Beanspruchungen gewährleistet. Höchste Schnittschutz- und Zugfestigkeitswerte sowie eine hervorragende Abriebfestigkeit sorgen für eine extreme Haltbarkeit und Langlebigkeit. Bei dieser Version werden zusätzlich sämtliche Nähte mit einer dreifachen Flachnaht vernäht. Das exklusive Material und die aufwändige Verarbeitung machen dieses Wing zu dem "High-End-Produkt" unserer Linie.

zum Shop: Toddy-Style® Sidemount-System

 

Backplate:

Wie bei dem vorhergehenden "Baukastensystem" bleiben wir mit dem neuen TS-System der sogenannten"Sandwichbauweise" treu : Das Wing liegt in der Mitte zwischen zwei Backplates. Diese Backplates haben wir nun allerdings in Form und Größe genau auf ihre Funktion hin optimiert. Im Folgenden werden die Vorteile dieser Bauweise im Allgemeinen und Speziellen erklärt.

 

Rückenschutz:

es wird verhindert, das sich die Blase nach oben über dem Rücken ausdehnt, das Profil des Tauchers bleibt auch bei maximaler Luftmenge im Wing sehr flach. Die außenliegende Backplate stellt einen Schutz für das Wing und den Rücken des Tauchers dar, wenn er sich durch Engstellen quetschen muss, oder scharfkantige Felsformationen über sich hat. Die äußere Backplate ist besonders schmal geschnitten, um die Ausdehnung des Wings möglichst wenig einzuschränken.

Gewichtssystem:

Die innere Backplate ist mit einem einfachen Gurtsystem ausgestattet, welches die schnelle Montage der üblichen Gurtbleistücke auf der Rückseite der Platte ermöglicht. Maximal 4 Bleistücke pro Seite können auf die beiden Gurte aufgefädelt werden. Im eingebauten Zustand liegt das Blei nun zwischen der inneren Platte und dem Wing. So können auch größere Gewichtsmengen einfach befestigt werden, das Gewicht liegt direkt am Körper an und ist über eine große Fläche über den Rücken verteilt, was zu einem sehr guten Trim und einem optimalen, rückenschonenden Tragegefühl führt, da keine einzelnen Bleiklumpen auf Rücken und Hüfte verteilt liegen. Ebenso ist eine asymmetrische Gewichtsverteilung möglich; durch unterschiedliche Gewichtsverteilung von rechts/links oder oben/unten kann immer eine gute Balance erreicht werden. Dies kann besonders bei Verwendung von Sidemount-Rebreathern hilfreich sein.

Ebenfalls können unterschiedlich starke und damit mehr oder weniger schwere Backplates beliebig und schnell kombiniert werden. Im inneren Backplate kann über ein p-weight zusätzlich Gewicht aufgenommen werden.

In der Grundausstattung haben wir uns um ein möglichst geringes Grundgewicht des Systems bemüht. Daher sind die Backplates aus Aluminium hergestellt und durch spezielle Ausschnitte besonders leicht.



Kleiner Exkurs: Tarierphysik

Eine kleine Abschweifung zum Verhalten des menschlichen Körpers im Wasser, sehr vereinfacht dargestellt. Man kann sich den Körper aus Elementen mit unterschiedlicher Dichte zusammengesetzt vorstellen: Muskulatur, Dichte ca. 1,1 g/cm³; Fettgewebe, Dichte ca. 0,9 g/cm³; Knochen, Dichte ca: 1,4 g/cm³, innere Organe (ohne Lunge) ca. 1,0 g/cm³. In Relation zu Süßwasser mit einer Dichte von ca. 1g/cm³ läßt sich ableiten, daß Muskulatur und Knochen im Wasser nach unten sinken, während Fettgewebe Auftrieb hat. Nun stellen wir uns dazu einen Taucher (ohne Gerät und Anzug) in horizontaler Wasserlage vor und ordnen dem Körper die Dichteverteilung zu. Die gesamte hintere Körperhälfte, also Beine, Hüfte, Gesäß, besteht hauptsächlich aus Muskeln und Knochen und hat daher leichten Abtrieb. Das Körperfett (je nach Vorhandensein) findet sich neben einer allgemeinen, gleichmäßigen Verteilung, vor allem im Bereich um Körpermitte/Rumpf und erzeugt leichten Auftrieb. Zudem sitzt im oberen Rumpf die Lunge. Diese ist im Mittel mit ca. 3,5 Liter Luft gefüllt, erzeugt also im vorderen Körperdrittel einen sehr starken Auftrieb. Arme und Schultern bewirken leichten Abtrieb, ebenso der Kopf. Vereinfacht betrachtet kann man daher sagen: Während die Beine im Wasser Abtrieb erzeugen und nach unten sinken, steigt der Oberkörper durch die starke Auftriebskraft der Lunge nach oben. Es würde sich eine vertikale Position einfinden, wenn der Taucher dem nicht aktiv entgegenwirkt. Wenn wir dieses Ergebnis auf die Gewichtsverteilung und den Trim der Tauchausrüstung anwenden und dabei eine horizontale und neutrale Position anstreben, folgt daraus, daß Tariergewichte möglichst im Oberkörper im Bereich der Lunge positioniert werden sollten, während im Beinbereich für geringen Auftrieb zu sorgen ist. Nun läßt sich erkennen, daß eine Backplate das optimale Tariergewicht darstellt, da es exakt den Auftrieb der Lunge kontert. Es entsteht kein Dreh- oder Kippeffekt wie z.B. beim Einsatz eines bleibestückten Bauchgurtes. Das Absinken der Beine wird durch den Einsatz eines Tauchanzuges gut kompensiert, sowohl der Auftriebseffekt eines Neoprennassanzuges wie auch eines Trockenanzugs ist normalerweise mehr als ausreichend und kann zusätzlich durch das Gewicht der verwendeten Flossen ausgeglichen werden.

 

Befestigungsplattform:

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Backplate wie ein Rückgrat das gesamte System zusammenhält. Damit wird Blase und Gurtband auf Position gehalten, kein Gewicht zieht am Gurtband. An- und Ablegen des Systems ist selbst bei größeren Gewichtsmengen von z.B. 12-16 Kilo sehr einfach.
Die Backplate bietet auch für zusätzliche Ausrüstung eine stabile „Befestigungsplattform", Akkutanks, kleinere Flaschen für Argon-Tariergas, Sauerstoff beim Kreislaufgeräteinsatz etc. können an der Backplate sicher und schnell befestigt werden.

Harness:

Die Begurtung (engl: „Harness") besteht aus steifem, sehr robustem Gurtmaterial in 50 mm Breite. Um verschiedene Einstellungen (Anpassung Nass/Trockenanzug, Anpassung an verschiedene Taucher in Verleih und Ausbildung ) am Gurtband möglichst einfach zu machen, erfolgt bei unseren Schultergurten die Befestigung mittels Klettverschlüssen. Auf der inennliegenden Klettfläche sind farbige Nähte im Abstand von 3 cm angebracht. Diese Masslinien ermöglichen eine sehr schnelle und präzise Verstellung des Gurtbandes ohne Werkzeug und Gefummel.

Der Bauchgurt läßt sich durch Verschieben der Bauchgurtschnalle schnell anpassen.

Ebenfalls von der außenliegenden Backplate ausgehend verläuft der Schrittgurt zwischen den Beinen durch und wird vorn im Bauchgurt eingeschlauft. Wenn die Schlaufe des Schrittgurtes zentral über der Bauchgurtschnalle sitzt, wird ein unbeabsichtigtes Öffnen der Bauchgurtschnalle durch Hängenbleiben ausgeschlossen.

Hardware:

Alle Befestigungselemente der Begurtung bestehen aus Edelstahl. Dadurch ist das System sehr robust und pannensicher.
Die Grundausstattung besteht aus gekröpften D-Ringen rechts und links über der Brust, einem D-Ring hinten über dem Butt-pad, flachen „low-profile" D-Ringen jeweils rechts und links über dem Hüftknochen und dem Scooterring am Schrittgurt. Die D-Ringe werden jeweils über Stegschieber beweglich eingeschlauft und können sich flach an den Körper legen. 



Buttpad:

Das Buttpad („Po-Platte") ist ein speziell für das Sidemounttauchen entwickelter Gegenstand. Diese Platte wird unten an der hinteren Backplate befestigt, dann in den Schrittgurt eingefädelt und durch diesen am Körper gehalten. Das Buttpad hat 2 Edelstahlbügel, die als untere Befestigung für die seitlich getragenen Tauchflaschen dienen. Der Vorteil dieser Befestigung gegenüber der Flaschenbefestigung am Bauchgurt besteht darin, dass der untere Befestigungspunkt weiter nach unten verschoben werden kann. Dies führt zu einer stabileren Flaschenposition am Körper in Schwimmlage. Je weiter die Befestigungspunkte der Tauchflasche auseinanderliegen, desto stabiler ist die Wasserlage der Flasche bei geringerer Neigung zu pendeln oder zu schaukeln.
Auch das Einhaken der Flaschen hinter dem Rücken wird durch die großen Bügel vereinfacht.



 

Flaschenbungees:

Die Flaschenbungees („Flaschengummis")  bilden den oberen Befestigungspunkt der Sidemountflaschen. Die Gummis werden von außen nach innen direkt um den Flaschenhals gefädelt und im Brust D-Ring mit Ihrem Karabiner eingeklickt. Die Flasche wird dadurch mit ihrem Ventil nicht direkt zum Bust-D-Ring gezogen, sondern hängt in einer Schlaufe zwischen Backplate und Brust. Dies macht die obere Flaschenposition flexibel, da die Flasche mit dem Ventilende ein Stück hinter die Achsel geschoben werden kann, was zu einer größeren vorderen Armfreiheit und einer strömungsgünstigeren Position der Flasche führt. Es werden 2 unabhängige Gummis verwendet, um einerseits eine größere Sicherheit zu bieten, und andererseits die Gummis unabhängig voneinander spannen und entspannen zu können. Die Materialstärke von 8 mm sorgt ebenfalls für eine große Sicherheit gegen Durchreißen, lässt sich auch mit dicken Handschuhen gut handhaben, und gewährleistet einen festen Sitz der eingeschlauften Flasche, da das Gummi wegen seiner Dicke kaum am Flaschenhals herumwandern kann. Ein Herausrutschen der Flasche aus dieser Gummischlaufe ist ausgeschlossen, egal in welcher Position sich die Flasche befindet, ob hinten oder vorn eingeklickt, oder vor dem Körper hergeschoben.