Stahl oder Alu?

Im Toddy-Style®-Konzept werden Aluminiumflaschen bevorzugt. Da sie wegen der geringen Materialdichte des Aluminiums unterwasser nur leichten Abtrieb im gefüllten Zustand bzw. leichten Auftrieb im geleerten Zustand haben, sind sie im Wasser sehr gut zu handhaben; dies hat mehrere Vorteile:

Schwimmgefühl:

Da die Aluminiumflaschen nicht konstant an der Begurtung den Taucher nach unten ziehen, sondern eher parallel mitschwimmen, ergibt sich ein freieres Tauchgefühl, da die Flaschen keine große Eigendynamik aufweisen, sondern den Bewegungen des Tauchers in jeder Position folgen.

Handhabung und Sicherheit:

Wegen Ihrer weitgehenden Neutralität tragen die Flaschen nicht zum Tariergewicht des Tauchers bei. Wenn im Wasser Flaschen abgelegt werden, bleibt die Tarierung des Tauchers also weitgehend unbeeinflusst. Daher ist ein Flaschentausch oder die Abgabe einer Flasche an einen anderen Taucher unterwasser ohne Probleme möglich. Auch können Flaschengrößen beliebig geändert werden oder zusätzliche Flaschen (Stages) mitgeführt werden, ohne Veränderungen am Sidemountsystem vorzunehmen. Das Anlegen der Flaschen im Freiwasser, z.B. schwimmend am Boot, ist einfacher, wenn die Flasche keinen starken Abtrieb hat.

Korrosion:

Während Stahlflaschen besonders in der chemisch relativ aggressiven Meerwasseratmosphäre zur Rostbildung neigen, sind Aluminiumflaschen davon nur gering und oberflächlich betroffen. Besonders beim Höhlentauchen werden die Flaschen vielfach durch Gestein geschleift oder gegen Felsen gestoßen; eine Belastung, der keine Lackierung standhält. Der natürliche Korrosionsschutz der unbehandelten „dirty Beast" Aluminiumflaschen ist in dieser Umgebung die widerstandsfähigste Oberfläche.

Flaschengröße:

Die bevorzugte Flaschengröße ist die 80 cft („cubicfoot"),die ein Volumen von 11,1 l hat. Diese Flasche hat ein günstiges Tarierverhalten (dies wird vom Verhältnis zwischen Länge, Durchmesser und Gewicht beeinflusst und ist daher nicht bei allen Flaschen gleich), und ein Volumen, welches vielen Tauchgängen unter Berücksichtigung einer angemessenen Luftreserve gerecht wird.
Zudem ist diese Größe sowohl als Stageflasche wie auch im Rückengeräteinsatz weltweit verbreitet, so dass man sich in den meisten Fällen nicht umstellen muss, wenn man an diese Größe gewöhnt ist. Als zusätzliche Stages kommen 80 cft, 40 cft oder 7l Aluminiumflaschen zum Einsatz.

  zum Shop: Dirty Beast

 

Flaschenventile:
Im Toddy-Style®-System wird die 80 cft- Alu-Flasche mit dem Standart "rechts" Monoventil verwendet, um eine universelle Flaschen/Ventil-Konfiguration einzusetzen.
Daher muss man sich bei Verwendung von Leihflaschen nicht umstellen oder selbst mitgebrachte Ventile montieren etc.. In jeder Situation mit gewohntem Equipment zu tauchen ist ein nicht zu unterschätzender Sicherheitsaspekt.

Flaschenrigging:

Das Rigging der Sidemountflaschen unterscheidet sich wesentlich vom "tek-üblichen" Stageflaschenrigging und ist ein wichtiger Punkt im Gesamtkonzept, da die Wasserlage der Flasche und damit auch des Tauchers direkt damit zusammenhängt.
Der untere Befestigungspunkt der Flasche besteht aus einem Flaschenspanngurt mit einer eingefädelten Schlaufe aus fester Leine oder elastischem Gummi, die einen großen Karabiner enthält.



Durch den Spanngurt lassen sich die Flaschen schnell und ohne Werkzeug (zur Not auch im Wasser) austauschen oder in Ihrer Position verändern, die üblichen Tariergewichte können problemlos aufgefädelt werden.
Wird zur Aufnahme des Karabiners eine Gummischlaufe verwendet, wird die Handhabung unterwasser verbessert, da die Flaschen auch mal vom Körper weggedrückt werden können, wenn man z.B. zusätzliche Stageflaschen einhängen will oder sich durch Engstellen drücken muss. Trotzdem werden Sie durch die Gummispannung wieder eng an den Körper gezogen.
Nachteilig ist die Befestigung im Gummiring, wenn mit angehängten Flaschen Strecken an Land gelaufen werden müssen, oder über längere Leitern oder Treppen eingestiegen werden muss. Dabei kann durch das flexible Gummi ein unsicheres Tragegefühl entstehen, und es empfiehlt sich die Verwendung einer festen Leinenschlaufe (Reepschnur).


zum Shop: Karabiner mit Gummischlaufe

zum Shop: Karabiner mit Leinenschlaufe

zum Shop: Flaschengurt

Die Position der Flasche wird im wesentlichen durch den Flaschenspanngurt beeinflusst. Die Ausrichtung um die Längsachse wird so gewählt, dass die Ventilgriffe vom Körper weg (in Schwimmlage nach unten) zeigen, die Ventilöffnung zeigt jeweils vom Taucher aus gesehen nach links. Dies wird erreicht, indem man, vom Flaschenventil ausgehend, den aufgefädelten Karabiner um ca. 90-135 Grad jeweils zum Taucher hin gedreht, ausrichtet.
Zeigen die Griffe nach unten, ist ein versehentliches Schließen der Ventile durch Armbewegungen („Tank-roll-off") ausgeschlossen und Ventilgriffe sind optimal erreichbar, was dem Sidemount-Konzept eine große Sicherheit verleiht. Werden Bleigewichte aufgefädelt ( im Salzwasser ca. 1 kg ratsam, im Süsswasser 0- 500 gr.),ist darauf zu achten, dass sie keine Möglichkeit zum Verfangen bieten. Die beste Position ist entweder gegen den Körper des Tauchers gerichtet oder auf der Rückseite der Flasche. Ebenso ist mit der Schließe des Flaschenspanngurtes zu verfahren. Die Außenseite der Flaschen sollte auf jeden Fall freigehalten werden, da dies wesentlich zur günstigen Stromlinienform beiträgt und gleichzeitig die Möglichkeit minimiert, irgendwo einzuhaken, z.B. der Führungsleine beim Höhlentauchen oder Angelschnur etc. im Freiwasser.

Die Höhe des Gurtes bestimmt ebenfalls die Lage der Flasche: je weiter der Gurt in Richtung Flaschenboden geschoben wird, desto höher wandert das Ventil im Verhältnis zum Körper, desto mehr klemmt also das Ventil in Schwimmlage unter den Achseln.
Dieses Maß ist abhängig von der Körpergröße. Man sollte eine Position finden, die einerseits einen ausreichenden Zugriff auf die Ventile sicherstellt (Flasche wandert mehr unter die Achsel) und andererseits einen ausreichenden Freiraum für die Arme vor dem Körper ermöglicht ( Flasche wandert mehr nach hinten hinter die Schulter).
Als Startpunkt bei stehender Flasche kann mit 22 cm lichtes Maß zwischen Boden und Flaschengurt begonnen werden (bei stehender Flasche).


Atemregler:

1. Stufe:

Auch hier gelten die Kriterien: so einfach, einheitlich und robust wie möglich. Eine 1.Stufe, die diesen Anforderungen sehr gut entspricht, ist die" TEK3 " von Apeks. Sämtliche Schlauchabgänge weisen direkt nach unten in Richtung Flaschenboden. Daher sind die Schlauchanschlüsse gut geschützt; selbst wenn die Flasche in aufgeriggtem Zustand umfallen sollte, unsanft unterwasser deponiert oder z.B. vom Ufer oder Boot ins Wasser geworfen wird, sind keine Beschädigungen der Schlauchanschlussstutzen zu befürchten, da sie nicht seitlich oder nach oben abstehen.
Durch die Anordnung der Abgänge ist es gut möglich, das Flaschengummi um den Flaschenhals zu führen.


zum Shop: Apeks Tek3

2.Stufe:

Als 2. Stufe hat sich die Apeks XTX 50 bewährt, sie ist ebenso wie die Tek 3 einfach und robust aufgebaut, hat eine einstellbare Empfindlichkeit, und funktioniert auch zuverlässig in Kopfüber-Position.
Apeks Regler sind sehr wartungsfreundlich, da fast alle Stufen dieselben kostengünstigen Revisionskits verwenden und international weit verbreitet sind.
Direkt vor der 2.Stufe verwenden wir ein 110 grad Winkelstück, welches die enge Schlauchführung zusätzlich verbessert.

zum Shop: Apeks XTX50


zum Shop: Winkelstück

Toddysnap:

Da beim Sidemounttauchen 2 voneinander unabhängige Flaschen/Reglersysteme parallel verwendet werden, ist das gleichmäßige Verbrauchen der Luftreserven von linker und rechter Seite erforderlich. Dazu müssen während des Tauchganges in regelmäßigen Abständen die 2.Stufen gewechselt werden. Es ist also nicht wie im Rückengerättauchen möglich, zwischen einem Hauptatemregler (primary stage) und einem Ersatzatemregler (Oktopus, secondary stage) dauerhaft zu unterscheiden, sondern beide Atemsysteme sind völlig gleichberechtigt zu betrachten.
Eine DIR-übliche Befestigung von einer 2.Stufe mit einem Halsband (secondary) und der anderen 2. Stufe (primary) mit einem am Schlauch befestigten Karabiner widerspricht dieser Gleichsetzung, und kann Probleme verursachen.
So führt z.B. die Befestigung des Reglers mit dem am Schlauch befestigten Boltsnap dazu, dass der Regler weit vom Körper absteht. Beim Tauchen dicht am Grund bekommt der Regler schnell Bodenkontakt, was zu Verunreinigung durch Sand, Schlamm und Steinchen führen kann. Ebenso kann sich ein herunterbaumelnder Regler leicht zwischen Steinen, in der Führungsleine oder der übrigen Ausrüstung verfangen, was ebenfalls fatale Folgen haben könnte.

 Toddynap_mit_O-ring


Die Toddy-Style®-Lösung dieses Problems besteht in der Entwicklung von fest an der 2.Stufe befestigten Doppelender-Karabinern, mit deren Hilfe der nicht benutzte Atemregler im Brust-D-Ring sicher und enganliegend weggeklickt werden kann.
Die spezielle Form ermöglicht es im Notfall auch, den Atemregler im eingeklickten Zustand zu benutzen, er muss zum Atmen also nicht zwingend ausgeklickt werden.
Da der Karabiner fest mit dem Gehäuse des Atemreglers verbunden ist, kann er auch blind in Null-Sicht-Situationen schnell gefunden und bedient werden.
Der Karabiner ist für beide 2.Stufen identisch, und er kann sowohl auf der rechten wie auf der linken Seite verwendet werden. Im weggeklickten Zustand liegt der Regler eng am Körper und ist so vor Verunreinigungen gut geschützt. Ein O-Ring, vom Karabiner zur Luftregulierschraube der 2. Stufe gespannt, verhindert das "Einfädeln", Verhaken oder Hängenbleiben in der offenen Seite des Karabiners.

Warnhinweis:    

Beim Toddysnap handelt es sich um eine Sonderanfertigung für den technischen Tauchsport. Die sichere Benutzung setzt erfahrene Taucher und eine entsprechende Ausbildung voraus.      Die Verwendung des Toddysnaps führt zu einer Verkürzung der Gewindestrecke zwischen Reglergehäuse und Schlauchanschluss. Es ist daher besonders darauf zu achten, dass die Teile sicher miteinander verschraubt werden, um ein versehentliches Lösen zu vermeiden.


zum Shop: Toddysnap


 zum Video: Toddysnap

Schlauchkonzept:

Auch hier finden die Kriterien der Einfachheit und Einheitlichkeit Ihre konsequente Anwendung. Sowohl die rechte wie auch die linke Sidemountflasche bekommen die genau gleiche Schlauchbestückung. Der Schlauch zur 2. Stufe misst 100 cm, der Inflatorschlauch für Wing bzw. Trockenanzug 60 - 65 cm, die Finimeterkapsel bekommt 15 oder 20 cm Schlauch. Diese Schlauchkonfiguration entspricht dem üblichen Stageflaschen-Setup, ist daher weit verbreitet und kann von jedem Taucher, der mit dem Einsatz von Stageflaschen vertraut ist, sofort intuitiv verwendet werden.
Es gibt daher keine Probleme wenn Flaschen ausgetauscht werden, von einem Taucher zum Anderen, von links nach rechts, alles ist auch unterwasser möglich.
Die Schlauchlängen passen genau in das System ohne irgendwo abzustehen oder Schlaufen zu bilden. Bei den verwendeten Längen handelt es sich um verbreitete Standartmaße, die bei Bedarf überall erhältlich sind. Es gibt keine exotischen Sonderlängen, die im Pannenfall nicht schnell verfügbar wären.
Die Schlauchführung ist so aufgebaut, dass die 2.Stufe immer von der rechten Seite zum Mund geführt wird. Der Schlauch von der linken Flasche des Tauchers verläuft von der Flasche vor der Schulter hoch, im Nacken am Kopf vorbei und von der rechten Seite in den Mund. Bei Nichtbenutzung wird der Regler in dem direkt darunterliegenden rechten Brust-D-Ring eingeklickt, der Schlauch bleibt um den Hals gelegt.
Der Schlauch der rechten Flasche wird von der Flasche aus vor dem Körper diagonal auf die linke Seite geführt um dort ebenfalls vor der Schulter hinter dem Kopf vorbei von rechts in den Mund des Tauchers zu gelangen. Bei Nichtbenutzung wird dieser Schlauch wieder hinter dem Kopf hervorgeholt, komplett vor den Körper geführt und im linken Brust D-Ring eingeklickt. Der Schlauch wird vorn unter den Bauchgurt geschoben und so enganliegend gesichert.
In der schematischen Skizze sieht man beide Möglichkeiten: einmal wird aus der rechten Flasche geatmet und der linke Regler verstaut, einmal umgekehrt.
Die Schlauchlängen sind in der Skizze nur schematisch und nicht ihrer tatsächlichen Länge entsprechend dargestellt, um die Grafik übersichtlich zu halten.

Schlauchführung aktiver Tank links

 Schlauchführung aktiver Tank rechts


Video: Atemreglerwechsel

Ohne-Luft-Situation...

Aber durch diese Art der Schlauchführung sind nicht nur die Schläuche sicher und enganliegend am Körper verstaut, sondern es ergeben sich weitere Aspekte in der Anwendung, die zur Sicherheit beitragen.
Bedingt durch die Tatsache, dass beide Atemregler mit dem Schlauch von der rechten Seite des Tauchers zum Mund geführt werden, ist der im technischen Tauchen seit vielen Jahren übliche Bewegungsablauf der wichtigsten Notfallsituation nahezu unverändert möglich: die Ohne-Luft-Situation. („OOG"-OutOfGas-scenario).
Hier wird dem in Not geratenen Tauchpartner immer der Atemregler abgegeben, aus dem grade geatmet wird.
Damit ist sichergestellt, das:
- der Regler funktioniert (und nicht voll z.B. voller Sand ist),
- das richtige Gas geatmet wird (wichtig bei Verwendung von zusätzlichen Stages mit anderen Gasgemischen)
- der Regler sehr schnell zur Verfügung steht (wenn er im Mund steckt muss er nicht zwischen der übrigen Ausrüstung gesucht werden)
- das dazugehörige Flaschenventil geöffnet ist (Tank-roll-off ist damit ausgeschlossen)
- bei Null-Sicht ist dieser Atemregler am schnellsten vom Tauchpartner ohne Luft durch Ertasten auffindbar.

Dieser Bewegungsablauf kann im Toddy-Style®-System direkt beibehalten werden und wird durch die angewendete Schlauchführung ermöglicht.


Video: S-Drill rechts, S-Drill links

...und kein Langschlauch?

Der im technischen Tauchen übliche Langschlauch mit 210 cm Länge („Longhose") kommt im Toddystyle nur in Ausnahmefällen zum Einsatz.
Ursprünglich wurde der Langschlauch im Höhlentauchen mit Backmount-Geräten eingesetzt, um auch in Notfällen, in denen zwei Taucher an einer Luftversorgung hängen würden, hintereinander durch Engstellen tauchen zu können. Dieses Prinzip hat sich allgemein im technischen Tauchen verbreitet, so dass auch im open-water-Bereich der Langschlauch zur Standartausrüstung gehört.
Nun lässt sich in einer Sidemount-Konfiguration der Langschlauch aber nicht ganz so sicher verstauen wie z.B. bei einem Doppelflaschen-Rückengerät, gerade beim Durchqueren von Engstellen besteht die Gefahr, mit dem Langschlauch hängenzubleiben, zudem macht der ständige Wechsel zwischen den Atemreglern das Langschlauchkonzept nur dann eindeutig sinnvoll, wenn auch gerade aus dem Langschlauch geatmet wird. Befindet sich allerdings in der Notsituation gerade der andere Atemregler im Einsatz, ist der Langschlauch nicht direkt „aus dem Mund" greifbar, und das Konzept funktioniert nicht mehr.
Daher lässt sich der Langschlaucheinsatz nicht direkt auf Sidemountsysteme übertragen; ein Umdenken ist notwendig. Die Verwendung der beiden 100cm langen Schläuche stellt eine Weiterentwicklung im Sicherheitskonzept dar. Wird ein 100 cm langer Schlauch abgegeben, stellt er eine genügende Länge zur Verfügung, um sich gegenüber in ausreichendem Abstand zu positionieren, zu kommunizieren, und Fehler an der Ausrüstung evtl. zu beheben. Drehen sich beide Taucher in eine gemeinsame Richtung und positionieren sich dicht übereinander („touch-contact"), bleibt ebenfalls genug Bewegungsfreiraum um gemeinsam z.B. an einer Führungsleine in Höhlengängen zu tauchen. Durch das flache Profil der Sidemount-Konfiguration können auch engere Stellen zu zweit durchtaucht werden. Ist allerdings von vornherein klar, dass der gemeinsame Rückweg nicht zu bewältigen ist, kann der eine Taucher eine seiner beiden Sidemountflaschen an den in Luftnot geratenen Taucher abgeben, was durch das identische Flaschenrigging ermöglicht wird. So können beide Taucher autark den Rückweg antreten. Bei richtiger Gasplanung steht beiden Tauchern mindestens das erforderliche Reservedrittel (oder 2/4,  3/5... wie jeweils geplant) zur Verfügung um hinauszugelangen. Beide Taucher können autark den Rückweg antreten. Wiederholte Versuche haben gezeigt, dass auf diese Weise der Rückweg schneller zu bewältigen ist, als gemeinsam hintereinander am Langschlauch auszutauchen. Die beim Flaschenwechsel verlorene Zeit kann beim autarken Austauchen schnell aufgeholt werden, eine gewisse Übung der Flaschenwechselprozedur natürlich vorausgesetzt.

...oder doch Langschlauch?

Dennoch hat das Langschlauchkonzept nach wie vor seine Berechtigung und kommt auch im Toddy-Style®-Sidemount zum Einsatz. Eine wichtige Anwendung ist das Höhlentauchen im "mixed-team" von Sidemount- und Rückengerättauchern. In diesem Fall wäre der im vorigen Abschnitt beschriebene 1m-Atemreglerschlauch zu kurz, um sich im Notfall gemeinsam an der Führungsleine zu positionieren, wenn zwei Taucher aus einem System atmen müssen. Ebenfalls sollte der Langschlauch benutzt werden, wenn Taucher im Team sind, die im Umgang mit dem Toddy-Style®-Meterschlauchkonzept nicht vertraut oder ungeübt sind. Das Tauchen mit dem Langschlauch wird seit vielen Jahren trainiert und angewendet und stellt inzwischen einen Standart dar, auf den man sich im Zweifelsfall einigen sollte, da die dazu gehörigen Prozeduren jedem technischen Taucher vertraut sein müssen. Nicht zuletzt spielt auch die persönliche Vorliebe und das eigene Sicherheitsempfinden eine Rolle bei der Entscheidung: während der/die Eine den unkomplizierten Einsatz der Meterschläuche bevorzugt, fühlt sich der/die Andere sicherer, wenn er im Notfall einen Langschlauch zur Verfügung hat, der in allen Situationen mehr Platz zum Manövrieren bietet.Wird der Langschlauch montiert, kommt folgende Anordnung zum Einsatz: Der Langschlauch wird an der linken Flasche angeschlossen und in einer Schlaufe mit Gummibändern gesichert an der Flaschenseite entlanggeführt, um dann genauso wie ansonsten der Meterschlauch von rechts den Mund des Tauchers zu erreichen, bzw. im rechten Brust-D-Ring eingeklickt zu werden.Tritt die Notsituation ein, wird (wie immer) in jedem Fall sofort der Atemregler abgegeben, aus dem gerade geatmet wird, um schnellstmöglich und sicher die Luftversorgung herzustellen. Im Weiteren können ggf. die Regler ausgetauscht werden, um dem Luftnot-Tauchpartner den Langschlauch zu übergeben. Dieser Austausch sollte erfolgen, sobald sich die Situation stabilisiert hat. Danach stehen zwei Optionen zur Auswahl: gemeinsames unverzügliches Austauchen am Langschlauch, oder Abgabe/Austausch der rechten Flasche des Luftspenders an den Luftnot-Taucher und autarkes Austauchen. In diesem Fall erhält der Luftnot-Taucher die Flasche mit Meterschlauch, kann im Folgenden auf diese wechseln und muß sich nicht mit dem Verstauen des Langschlauches aufhalten. Der Luftspender erhält seinen Langschlauch zurück, verstaut ihn der Einfachheit halber in einer Schlaufe, die er seitlich in den Bauchgurt schiebt, und folgt dem ehemaligen Luftnot-Taucher zum Ausgang. Wie im Einzelfall verfahren wird, sollte von den Gegebenheiten abhängig gemacht werden: sind auf dem Rückweg Engstellen zu durchqueren? Steht noch ausreichend Gas in beiden Flaschen zur Verfügung? Wie ist die mentale Verfassung? Kann der Flaschentausch schnell und routiniert durchgeführt werden? etc.pp....

 

Inflatorschläuche:

Um Austauschbarkeit und größte  Einfachheit zu gewährleisten haben die Inflatorschläuche zur Versorgung des Trockentauchanzuges und des Wings dieselbe Länge. Zu empfehlen sind ca. 60 cm für eine enganliegende Konfiguration (besonders bei kurzem Faltenschlauch)  bzw. 65 cm für etwas mehr Spielraum beim Anstöpseln, oder große und breite Personen. Der Inflator zum Trockenanzug geht von der ersten Stufe zunächst nach unten, bildet eine Schlaufe zwischen Körper und Flasche, wird dann am rechten Harnessgurt von unten durch eine Gummischlaufe geführt und erreicht dann von schräg-unten das Einlassventil des Trockentauchanzuges.Die Schlaufe zwischen Körper und Flasche sorgt dafür, daß beim nach-vorn-schwenken des Tanks genügend Spielraum bleibt. Der Inflatorschlauch der linken Seite zur Speisung des Wings geht zunächst von der 1. Stufe von unten durch die Schlaufe des Flaschenbungees, dann hinter Arm und Schulter vorbei, um dann über die Schulter nach vorn den Inflatorkopf zu erreichen. Der Schlauch wird   unter der Gummischlaufe des Faltenschlauches durchgeschoben und dadurch in seiner Position gesichert.

Schlauchmaterial:

Bezüglich des Materials bevorzugen wir Gummischläuche, da sie robust sind, nicht so schnell abknicken, wenig zum Scheuern an Haut und Anzug neigen, und sich gut hinter Gummis bzw. dem Bauchgurt verstauen lassen ohne herauszurutschen.

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